Monstertrasse - Bürgerinitiative Walhalla Landschaft

Was ist der SuedOstLink?

Er ist Teil eines neuen Höchstspannungsnetzes (HGÜ), das in ganz Deutschland und darüber hinaus durch Europa gebaut werden soll. Anders als bei bekannten Hochspannungsleitungen wird hier mit Gleichstrom gearbeitet, der am Ende der Leitung in großen Anlagen transformiert werden muss. Der SuedOstLink kommt von Sachsen-Anhalt und läuft von Nord nach Süd durch die Oberpfalz und Niederbayern, wo er bei Landshut-Essenbach endet.

So läuft die Planung ab

Die Stromtrassen werden von der Bundesregierung geplant und beschlossen. Zuständig ist die Bundesnetzagentur in Bonn. Sie ist gleichzeitig auch die Genehmigungsbehörde, die über die endgültige Planung entscheidet. Derzeit werden vom Netzbetreiber TenneT verschiedene Trassenkorridore untersucht. Sie sind jeweils einen Kilometer breit. Bei uns verlaufen alle möglichen Trassen östlich von Regensburg: 1. zwischen der Walhalla und Sulzbach Richtung Sarching / 2. durchs Himmeltal südlich Frauenzell nach Wiesent bzw. / 3. von Frauenzell an Wörth vorbei nach Hofdorf. In der so genannten Bundesfachplanung wird anschließend festgelegt, wo genau eine Trasse realisiert werden soll. Diese geht dann ins förmliche Genehmigungsverfahren. Darum müssen die Bürgerinnen und Bürger jetzt aktiv werden und ihren Widerstand zeigen!

Warum es keine Monstertrassen braucht

Die Stromtrassen sollen bei uns durchgehend erdverkabelt sein. Was sich zunächst gut anhört und als Beitrag zur Energiewende verkauft wird, ist ein kaum zu steuerndes Milliardenprojekt. Die Höchstspannungsleitung soll mit 525 Kilovolt betrieben werden. Diese Technik ist bisher nicht erprobt und in Deutschland noch gar nicht zugelassen. Die Stromautobahnen haben keine Ausfahrten. Das heißt, es wird eine schnurgerade Leitung quer durch das Land verlegt ohne Anknüpfungspunkte, die etwa im Fall von Wartungen nötig wären. So wird eine dezentrale Energieversorgung blockiert. Und richtig „öko“ ist der Strom ebenfalls nicht, denn auf viele Jahre wird hier auch dreckiger Kohlestrom durchgeschickt. Die Kabeltrassen werden als kilometerlange Schneisen in den Wäldern für immer zu sehen sein. Deshalb sagen wir NEIN zu den geplanten Stromtrassen!

Unsere Walhallalandschaft erhalten

Die Stromautobahn führt von Wenzenbach her über die Höhe durch den noch unzerschnittenen Wald nach Süden, voraussichtlich in dem Geländeeinschnitt zwischen Dachsberg und Hellberg. Unmittelbar an Sulzbach vorbei wird die Trasse sechs Meter unter Flusssohle der Donau hindurch verlegt. Sie setzt dann den Weg zwischen Sarching und dem Naherholungsgebiet Richtung Rosenhof fort.
Sollte die „Monstertrasse“ bei Donaustauf Wirklichkeit werden, wäre das Ensemble rund um die Walhalla für immer zerstört. Wer in Zukunft von Süden über die Donau fährt, den würde das einzigartige Baudenkmal mit einer klaffenden Wunde begrüßen.
Die Gegend rund um die Walhalla ist nicht nur die größte touristische Attraktion im Landkreis, sondern auch kulturhistorisch einmalig. So geht beim Bau der Stromautobahn das noch vorhandene historische Wasserleitungssystem, das 1831 zur Versorgung der Walhallabaustelle angelegt wurde und bis 1965 die Wasserversorgung der Walhalla sicherstellte, unwiederbringlich verloren. Nicht nur für die Anwohner bei denen die „Monstertrasse“ im wahrsten Sinne durch den Vorgarten verlaufen würde, ist die Planung eine Katastrophe, auch für die Natur: der Südostlink müsste in den anstehenden Granit gesprengt werden und zerschneidet einen wertvollen Bannwald sowie einen bedeutsamen Grünzug. Darüber hinaus wird ein europäisches Naturschutzgebiet (Natura 2000) auseinandergeschnitten. Die Donauleiten mit ihren trockenen Eichenwäldern und zerklüfteten Felsen sind Heimat vieler seltener Tierarten, wie dem Großen Mausohr, Hirschkäfer und Gelbbauchunken.
Schließlich müssen betroffene Eigentümer, wie Landwirte oder Waldbesitzer, mit Ertragseinbußen auf ihren Feldern oder erhöhter Anfälligkeit für Windwürfe und späterem Borkenkäferbefall entlang der Schneisen rechnen.